Unser Fahrzeug

Toyota Hilux 4x4 Double Cabin (Vermieter Avis),
Nickname "Buschtaxi"

https://www.motor-talk.de/news/der-hilux-hat-einen-ruf-zu-verteidigen-t5699875.html

Tachostand bei Übergabe: 51.422 km

Zusatzausstattung (Mehrkosten): 2. Ersatzreifen

Zusatzausrüstung (mitgebracht): TomTom Navi mit Karte "südliches Afrika"

Zusatzausrüstung (privat beschafft): Kühlbox, Gläser,
2 Campingstühle, 8 1,5 l Flaschen sparkling water, einige Packungen Biltong

Schäden nach 5.200 km: 1 Felge s.u. (schlauchloser Reifen platt), die Reparatur hat in einer Fachwerkstatt in Omaruru ca 15 € gekostet

es fehlten: Abschleppseil, Klappspaten

Technische Daten

  • Motor: 2,4 -l-Vierzylinder-Diesel
  • Leistung: 150 PS (110 Kw)
  • Drehmoment: 400 Nm b. 1.600-2.000 U/min
  • Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe
  • 0-100 km/h: 13,2 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 175 km/h
  • Verbrauch Werksangabe: 6,8 l/100 km
  • Verbrauch gemessen bei 5.200 km in Namibia: 8,12 l/100 km)
  • CO2: 178 g/km
  • Länge: 5,33 m
  • Breite: 1,80 m
  • Höhe: 1,795 m
  • Radstand: 3,085 m
  • Leergewicht: 1.700 kg
  • Anhängelast: 3.200 kg
  • Ladefläche Single Cab: 2,3 m x 1,645 m
  • Ladefläche Extra Cab: 1,81 m x 1,645 m
  • Ladefläche Double Cab: 1,525 m x 1,645 m
  • Reifendruck, vorgeschrieben (Avis-Aufkleber): 2.0 bar
  • Tankinhalt: 80 l Diesel

    Tipps (alle Preisangaben gültig im Mai 2017):

    Fahrzeugauswahl:

    Ein Freund aus Namibia hatte dazu geraten, gerade dieses Fahrzeug (und kein anderes Fabrikat der gleichen Klasse) zu wählen. Dies konnte uns der Vermieter "Bidvest" nicht zusagen, da die gerade hereinkommenden Fahrzeuge wieder vermietet werden. Wir wechselten daher zu AVIS, die in Windhoek einen so großen Fuhrpark vorhalten, dass sie dies garantieren konnten. Gleichfalls sollte man unbedingt die Option "2. Ersatzrad" wählen und eine Vollkasko-Versicherung ohne Selbstbeteiligung (NAM 150,00/Tag allerdings gedeckelt!) wählen. Diese Versicherung schließt allerdings nicht das 2. Ersatzrad ein, daher muss man hierfür ein Deposit von 2.330 Nam$ (Kreditkarte) einräumen. Das 2. Ersatzrad ist gekennzeichnet und wird genauestens bei der Fahrzeugübergabe markiert und später mit Argusaugen kontrolliert (Beschädigungsfreiheit auf dem Formular quittieren lassen!).

    Der Instrukteur von AVIS (mit Video-Vorführung!) erzählte, dass AVIS Namibia nur noch Geländefahrzeuge mit "double cabin" wegen des längeren Radstandes anschafft. Die vielen und oft tödlichen Unfälle auf gravel-roads in Namibia durch ins Trudeln geratene Fahrzeuge mit Überschlagen geschehe in den meisten Fällen bei Fahrzeugen mit "single cabin". Die gleiche Information hatten wir auch von einem namibischen Freund erhalten!

    Beim Heckaufbau sollte man links ein Fester geringfügig aufstehen lassen um ein Vakuum zu vermeiden, das den Staub ins Innere zieht. Gleichfalls sollte die Klimaanlage auf "Umluft" gestellt werden.

    Linksfahren

    Für mich bedeutet dies, vor allem 3 Probleme zu meistern:

    1. das Fahrzeug scheint subjektiv links 20 cm kürzer zu sein. Anfangs habe ich daher jedes Schlagloch am Straßenrand "mitgenommen". Auch eine eingebeulte Felge vorne links ist darauf zurückzuführen.

    Lösung: Häufig während der Fahrt die Distanz zum Mittelstreifen schätzen und anschließend im rechten Rückspiegel kontrollieren. Das musste ich öfter üben!

    2. Beim Rechtsabbiegen in den richtigen (entfernteren) Fahrstreifen abbiegen. Konzentration!

    3. Der Blinker befindet sich rechts vom Steuerrad: die ersten Tage habe ich häufig versucht, mit dem Scheibenwischer (links vom Steuerrad) zu "blinken".

    Navigation mit TomTom VIA 135 - Karte "Südliches Afrika"

    Es war eine gute Entscheidung, das Navi mit Karte "südliches Afrika" mitzunehmen. Nicht nur im Straßengewirr von Windhoek war das Navi hilfreich, Vor allem bei der Planung der Routen mit Zwischenstationen und der Entfernungsmessung und der Fahrzeitvoraussage war das Navi fast unentbehrlich. So kann man von Anfang an die Tankstopps und die Routen planen, denn jede Route sollte mindestens 1 Stunde vor Sonnenuntergang zum Ziel geführt haben. Fast alle Gates am Eingang der Nationalparks öffnen bei Sonnenaufgang und schließen sofort bei Sonnenuntergang. Und sollte man das nicht schaffen, rücken die Ranger aus, um einen zu suchen. Und dann gibt's richtig Ärger (und Geldstrafen). Daher die Protokollbücher bei der Ein- und Ausfahrt, die abgeglichen werden. Nur bei Pannen (hier ist also Kreativität gefragt!!) wird ein Auge zugedrückt.

    DasTomTom VIA 135 war erstaunlich präzise. Insbesondere bei "Mischung" von gravel-roads und Teerstraßen ist die Zeitschätzung ohne Navi sehr schwierig.

    Allerdings mussten nicht nur wir eine fatale Fehlinformation "ausbaden":

    Auf der Fahrt im Caprivi-Streifen von der B8 bei Kongola auf der C49 nach Sangwali führte uns das Navi auf eine unbeschilderte Piste. Da die Siedlung Sangwali wohl sehr klein ist, wurden wir nicht misstrauisch. Und dann wurde die Piste immer enger (Büsche rechts und links) und sandiger. Tiefe Sandbetten (wie beim Sossusvlei-"Trauma"). Die Piste war so eng, dass man die Autotüren nicht hätte öffnen können, wenn man hätte aussteigen müssen. Nach 3 km kamen wir (nassgeschwitzt) in einer Boma inmitten von Roundabels an.

    Die (kaum mehr sichtbare) Piste war versperrt durch einige (dünne) Baumstämme, die wir entnervt überfuhren. Ein Einheimischer (weit und breit der einzige) gab uns dann die Antwort, die wir erhofften: "Sie sind mitten in Sangwali"!

    Wir fanden schließlich den Einstieg in die 4x4 Route zur "Nkasa Lupala Tented Lodge" kurz vor der Grenze zu Botswana am Linyanti-River (Grenzfluß). Man hatte uns geraten, diese 12 km durch den Busch und durch viele Sandbetten trotz 4x4 nicht selber zu fahren, sondern in der Lodge anzurufen (ich hatte eine prepaid MTC-Karte) und um Abholung zu bitten. Doch dann erfolgte im Handy die freundliche Ansage, dass das Guthaben auf der Karte aufgebraucht sei. Also doch selbst fahren - mit Unterstützung des Navis - das natürlich im Busch gnadenlos versagte. Trotzdem gelangen uns die 12 km mit Hilfe von kleinen Schildern "Nkasa Lupala Lodge" ohne Navi-Unterstützung einigermaßen. Nicht hilfreich war, dass die Schilder teilweise erst 100 m hinter Kreuzungen angebracht waren. Hier half dann die Entscheidung, auf welcher möglichen Abbiegung die meisten tracks zu sehen waren. Wir kamen dann doch ohne "besondere Vorkommnisse" an. Die sehr netten!!! (italienischstämmigen) Inhaber waren über das TomTom-Versagen gar nicht erstaunt: bereits vor uns hatte eine Luxemburger Familie die gleichen  Erfahrungen gemacht.

    Erklärung:
    die Sandpiste war früher auf militärischen Karten als Zugang nach Sangwali eingetragen. Wegen des zunehmenden Einwohnerwachstums war die Piste schon vor Jahren durch eine breitere, südlicher gelegene gravel-road ersetzt worden. Hierüber informierte allerdings auch kein Schild "vor Ort". Die Straßenverlegung war den TomTom-Leuten offensichtlich auch entgangen.

    TomTom übernehmen Sie!!!

    Straßenverbindung C12 zwischen Kreuzung D545 (nach Naute-Damm) und B4 (Seeheim)

    Auf dem Hinweg von der B04 zum Fish-River-Canyon hatten wir einen Abstecher über die D545 zum Naute-Damm gemacht. Nach Durchfahren des Löwen-Rivers (20 cm tief in einer Betonrinne) kommt man an ein Kiosk (unerwartet Kaffee und Kuchen in der "Pampa"). Vollkommen unproblematischer Weg...

    Zurück wollten wir dann die C12 bis Seeheim fahren. So die Empfehlung unseres Reiseveranstalters! Dann begann die Katastrophe: die gravel-road wurde immer häufiger von Rinnen durchzogen, obwohl der Löwen-River hier bereits versiegt war. Und in einer tiefen, schmalen Rinne hat es uns dann erwischt:

    Fahrzeug aufgesetzt, linkes Vorderrad schwebt in der Luft. Weit und breit kein Mensch, geschweige Fahrzeug, zu sehen. Kein Klappspaten und kein Abschleppseil (falls doch mal ein Fahrzeug kommen sollte) dabei. Und natürlich die Handy-Anzeige: kein Netz!

    Ursache: eigener Fahrfehler (siehe oben "Linksfahren"), Fahrzeug war links 20 cm "zu breit", anstatt am Loch vorbei: mitten hinein. Nur ein Versuch: Allrad auf L4 (kleine Übersetzung, Differentialsperre ein, voller Radeinschlag nach links und Vollgas rückwärts) - ein Ruck und das Fahrzeug stand wieder auf festem Boden!

    Beim Stopp im Seeheim-Hotel treffen wir auf eine Busbesatzung mit Reiseleiter von Pack-Safari (unserem Veranstalter vor Ort). Er bestätigte sofort, dass dieser Abschnitt der C12 ("Abkürzung"???) nicht mehr gepflegt werde und er daher grundsätzlich über die D545 am Naute-Damm vorbei fahre. Das sollte er vielleicht auch mal seinen Kollegen sagen, die diese "ungepflegte" Route vorgeschlagen hatten!

     Grenzen

    Wer mit dem Fahrzeug die Grenze nach Botswana mit einem Mietwagen überqueren möchte, benötigt vom Vermieter einen "LETTER OF AUTHORITY".

    Die Ausreise aus Namibia ist unproblematisch (Formular ausfüllen wie bei der Einreise, abgeben und Ausreisestempel in den Pass) und kostenfrei. An der Grenze in Botswana muss man erst zum Schalter (lange Schlange!!) "Immigration" (heißt hier also nicht Einwanderung sondern Einreise) um ein Visum im Pass zu erhalten und anschließend zum rechts daneben liegenden Schalter "Customs". Hier trägt man dann alles was im "LETTER OF AUTHORITY" steht in ein Protokollbuch ein. Die Gebühr beträgt 200 Nam$. Zeitbedarf für Ein- und Ausreise ca. 1 Std.

    Außerdem muss man durch ein Desinfektionsbad fahren, anschließend aussteigen und sich mit den Schuhen auf eine Matte mit Desinfektionslösung stellen. Kurz hinter der Grenze befindet sich das Nationalparkgate. Wärterhäuschen, Stoppschild und ca. 30 m hinter dem Stoppschild, Polizisten, die anscheinend darauf warten, dass jemand nach mehreren Minuten Wartezeit (keiner kommt, kein Hinweisschild was zu tun ist) zu ihnen vorfährt, um zu fragen. Nach einer Strafpredigt wird man dann zurückgeschickt - hinter das Stoppschild - und das exakt! Erst dann kommt ein Männlein mit grüner Mütze aus dem Wächterhäuschen - 2. Strafpredigt: Ob man das Stoppschild und die Polizisten übersehen habe? Erst müsse man sich doch in sein Protokollbuch in seinem Wächterhäuschen eintragen!!

    Bitte: Keine Diskussionen, keine Erklärungen! Die richtige Antwort lautet:
    "Yes Sir, sorry Sir" - möglich mehrmals, mit Betonung auf "Sir".

    Bei der Einreise nach Simbabwe (ohne Fahrzeug, da die Auto-Vermieter für dieses Land keine Genehmigungen geben!) dauert es länger, nachdem man das Einreiseformular ausgefüllt und abgegeben hat, muss der immigration-officer ein Visum-Blatt in den Pass einkleben und jede Menge-Formulare und Bildschirmmasken ausfüllen. Das "Eintrittsgeld" beträgt hier US$ 30,00/Person. Zeitbedarf ca. 1,5 Std.

    4x4 und Sandpiste (z.B. Sossusvlei):

    1. Reifendruck reduzieren auf 1,5 bar (ggf. sogar noch weniger).

    Hierzu hat man zwei Möglichkeiten:

    1a. An der Tankstelle (am Gate zum Sossusvlei befindet sich eine Engen-Tankstelle). Keinesfalls sollte man mit dem reduzierten Reifendruck auf Teerstraßen fahren!!! Und diese Vorgabe ist in diesem Fall unmöglich einzuhalten, da eine Teerstraße zum Sossusvlei führt. Also müsste man den Reifendruck bei den vorgeschriebenen 2.0 bar belassen und höchstens auf 1.8 bar senken. Bei der Übergabe in Windhoek hatten die Reifen übrigens 3,5 bar. Wer die nicht vor den gravel-roads reduziert, kommt auf "Wellblech" ins Hüpfen oder kann sogar in einer Kurve einen Abflug (meistens mit Überschlag) in die "Pampa" machen!

    1b. mit eigener Messvorrichtung und/oder Kompressor. Tatsächlich haben die 4x4-Fahrzeuge mit Campingausrüstung in der Regel einen Kompressor als Zusatzausrüstung dabei.

    2. Am 2x4-Parkplatz starten die Fahrdienste mit ortskundigen Fahrern. Unbedingt versuchen, sich an ein solches Fahrzeug "dranzuhängen". Etwa in der Mitte der 4 km Sandpiste verbreitert sich diese und hat dabei nicht leicht zu erkennende "Sandbetten". Die Profis finden immer die richtige Route und das richtige Tempo (!!!) um durchzukommen!

    3. Wer sich festfährt, sollte nicht versuchen (trotz Einschaltens der L4-Allradgänge und Differenzialsperre), wieder frei zu kommen. Das nächste Fahrdienstfahrzeug wird stoppen und der Profifahrer wird versuchen, den festgefahrenen Wagen rückwärts und mit zusätzlicher Muskelkraft des unglücklichen Amateurs und weiterer Helfer (Trinkgeld!!) wieder freizubekommen. Dies natürlich zum Gaudi der Fahrdienstpassagiere ("Fahren müsste man können!" "Besser hätten Sie Ihr Fahrzeug auf dem 2x4-Parkplatz stehen lassen und wären mit uns gefahren"!)

    Das haben wir dann auf die "sehr dringende Bitte" meiner Beifahrerin hin auch so gemacht.....


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    © Peter Brassel (ViSdTDG), Bad Honnef 2017, Kontakt: info@wohnmobil-reisen.de
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